Kirschlorbeer pflanzen und pflegen:

Herkunft

Zwar hat sich der deutsche Name Kirschlorbeer als Bezeichnung für Prunus laurocerasus eingebürgert, er ist allerdings irreführend. Es handelt sich nämlich nicht um eine Lorbeer-Art, sondern um eine immergrünen Verwandten der Kirschen und Pflaumen. Daher ist die Bezeichnung Lorbeerkirsche sinnvoller, obwohl sie nicht so verbreitet ist – selbst in Baumschulkatalogen ist meistens vom Kirschlorbeer die Rede.

Die Wildart stammt aus Kleinasien, ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht bis zum Balkan. Nördlich der Alpen war der Strauch wegen seiner frostgefährdeten immergrünen Blätter in der freien Natur nicht konkurrenzfähig. Mittlerweile breiten sich die Sämlinge der Gartenpflanzen aber stellenweise als sogenannte Neophyten aus, denn die Gartensorten sind in der Regel frosthärter als die Wildart und das Klima ist in den vergangenen Jahrzehnten milder geworden.

Wuchs

Während der wilde Kirschlorbeer an Heimatstandorten bis zu sieben Meter hoch werden kann, erreichen selbst die wüchsigsten Gartensorten in Deutschland auch ohne Schnitt selten mehr als vier Meter Wuchshöhe.

Blätter

Der immergrüne Strauch beziehungsweise kleine Baum hat ganzrandige, grün glänzende Blätter, die auf der Oberseite dunkler sind als auf der Unterseite. Sie werden zwischen 5 und 15 Zentimeter lang und sind länglich bis verkehrteiförmig, dabei vorne zugespitzt. Der Rand ist häufig leicht umgebogen.

Blüten

Kirschlorbeer trägt im Frühling, von Mai bis Juni, cremeweiße, kerzenartig aufrechte Blütenstände.

Früchte

Bis August entstehen aus den Blüten des Kirschlorbeers Trauben mit kleinen roten, im vollreifen Zustand schwarzen Steinfrüchten. Ihre Form ist kegelförmig bis kugelig, manchmal auch eiförmig. Sie sind im rohen Zustand giftig.

Standort

In sehr kalten Regionen mit schneidenden Ostwinden sollte man seinen Kirschlorbeer halbschattig bis schattig und windgeschützt pflanzen, da die Wintersonne sonst Blattschäden verursachen kann. Standorte unter Bäumen sind kein Problem – die konkurrenzstarken Tiefwurzler wachsen sogar im dichten Wurzelgeflecht von Birke und Spitzahorn.

Boden

An den Boden stellt der Kirschlorbeer kaum Ansprüche: Er bevorzugt humus- und nährstoffreiche Lehmböden, gedeiht aber auch problemlos auf mäßig trockenen, sandigen Böden. Hier ist er sogar etwas frosthärter, da der Jahrestrieb im Herbst früher verholzt. Bezüglich des pH-Wertes gibt es ebenfalls kaum Einschränkungen – der Boden kann mäßig sauer bis alkalisch sein. Verdichtete Böden und stauende Nässe verträgt der Kirschlorbeer hingegen nicht. Übermäßiger Blattfall ist ein erstes Warnsignal für ungünstige Bodenverhältnisse.

Pflanzung

Beim Pflanzen von Kirschlorbeer sollte der Boden tiefgründig locker sein. Kirschlorbeer wird meist als Container- oder Ballenpflanze im Handel angeboten. Das heißt, dass Sie die Pflanzen im Grunde ganzjährig pflanzen können. Wir empfehlen aber eine Pflanzung im Frühjahr oder Herbst. Das Pflanzloch darf hierbei großzügig ausfallen, sodass der Wurzelballen ausreichend Platz findet. Als Faustregel gilt: Der Durchmesser sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Setzen Sie die Pflanze vorsichtig ein und füllen Sie die Grube mit einer Mischung aus dem Aushub und etwas organischem Material. Drücken oder treten Sie anschließend die Erde gut fest, um Hohlräume zu vermeiden. Kirschlorbeer wird gründlich angegossen. Eine Schicht Rindenmulch obenauf hält die Feuchtigkeit im Boden und versorgt die Pflanze von Anfang an mit Nährstoffen.

Abstand

Pflanzen Sie zwischen 1,5 und 3 Kirschlorbeerpflanzen pro Meter, um eine dicke Hecke zu erhalten.

Pflege

Kirschlorbeer braucht keine besondere Pflege. Wie alle Formgehölze sollte man immergrüne Hecken aus Kirschlorbeer jedes Jahr Ende März mit Hornmehl und Kompost oder mit einem Vorratsdünger versorgen. Ende August ist eine Düngung mit Patentkali sinnvoll, weil der Nährstoff Kalium die Blätter frostresistenter macht. Zusätzliche Wassergaben sind nur in extrem trockenen Sommern erforderlich.

Schnitt

Kirschlorbeerhecken werden einmal jährlich Ende Juni in Form gebracht – vorzugsweise mit einer Handheckenschere, weil elektrische Geräte die großen Blätter der Pflanzen nicht sauber durchtrennen. Mit einer Astschere sind im Frühjahr stärkere Rückschnitte möglich, da Kirschlorbeer auch aus armdicken Ästen problemlos wieder austreibt.

Verwendung

In wintermilden Regionen ist Kirschlorbeer mit seinem dichten, immergrünen Blattwerk als Hecken- oder Einfassungspflanze geradezu prädestiniert. Er passt beispielsweise sehr gut in mediterran gestaltete Gärten, da er dem im Mittelmeerraum häufig verwendeten Lorbeer ähnlich sieht. Kirschlorbeer eignet sich nicht nur als Hecke, sondern auch als Formgehölz für die Einzelstellung, zum Beispiel als große Kugel und Quader geschnitten. Schwach wachsende Kirschlorbeer-Sorten wie ‘Otto Luyken’ oder bodendeckende Züchtungen wie ‘Mount Vernon’ kann man außerdem sehr gut zur Unterpflanzung von Problembäumen mit intolerantem Wurzelwerk verwenden. Auch als Bestandteil von gemischten freiwachsenden Sichtschutzrabatten macht der Kirschlorbeer eine gute Figur – schließlich muss man dem immergrünen Strauch nicht zwingend einen Formschnitt verpassen.

Die Samen der Kirschlorbeere enthalten Prunasin – ein Glykosid, aus dem sich während des Verdauungsvorgangs im Magen Blausäure bildet. Durch Kochen werden die giftigen Substanzen zerstört, daher kann man aus den Früchten beispielsweise Marmelade oder Gelee herstellen. In der Türkei werden die Früchte des Kirschlorbeers sogar gesammelt und ähnlich wie Rosinen im trockenen Zustand verzehrt.

Sorten

Vom wilden Kirschlorbeer Prunus laurocerasus ist im Lauf der Zeit durch Selektion und Kreuzung eine große Sortenvielfalt entstanden. Die verschiedenen Züchtungen unterscheiden sich in Wuchshöhe und Habitus deutlich und auch ihr Laub ist sehr variabel – es gibt sehr großblättrige Sorten wie ‘Rotundifolia’, aber auch Züchtungen mit kleinen schmalen Blättern wie ‘Otto Luyken’ oder ‘Zabeliana’. Ein weiterer großer Unterschied besteht in der Winterhärte – die Auslese von Sorten, die auch Kahlfröste ohne nennenswerte Blattschäden überstehen, ist nach wie vor das wichtigste Zuchtziel. Genolia hat einen säulenförmigen Wuchs und wird bis zu vier Meter hoch. Sie gilt im Vergleich zu anderen Sorten als besonders frosthart. Novita wird ebenso hoch, erreicht aber eine Wuchsbreite von bis zu zwei Metern. Die Sorte Hergerbii erreicht dagegen „lediglich“ eine Höhe von 2,5 Metern. Eine besonders schöne Austriebsfärbung zeigt Etna.

Kirschlorbeere/Lorbeerkirsche Etna

blüht nur wenig
bildet kräftiges Wurzelsystem
gut winterhart und industriefest
eignet sich gut für Heckenpflanzung
nicht zu hoch wachsend

Kirschlorbeere / Lorbeerkirsche ‚Etna‘ ® gehört zu den üppig wachsenden Sorten der Prunus laurocerasus, die sich durch starke Verzweigungen und einen aufrechten Trieb auszeichnet. Die Wuchsart ist insgesamt kompakt. Eine dichte Belaubung sorgt für die charakteristische blickdichte Krone, die je nach Schnitt unterschiedliche Gestalten annehmen kann. So ist beispielsweise eine nahezu kugelige Wachstumsform möglich aber ebenso Formationen, die einer Halbkugel ähneln (zum Beispiel pilzartige Varianten). Aufgrund der dichten und üppigen Belaubung kann die Pflanze darüber hinaus als Sichtschutzhecke eingesetzt werden. Die Pflanze erreicht durchschnittlich eine Höhe von 1,5 bis 1,7 Meter, kann ungeschnitten sogar noch höher werden. Dabei ist eine mittlere Wachstumsgeschwindigkeit zu verzeichnen. Pro Jahr nimmt die Lorbeerkirsche um 20 bis 30 Zentimeter an Wuchs zu. Bei den Wachstumsbedingungen ist zu berücksichtigen, dass die Kirschlorbeere ‚Etna‘ ® darüber hinaus ein beträchtliches Breitenwachstum annimmt. Häufig erreicht die Pflanze hierbei einen ähnlichen Wert wie bei der Ausdehnung ihrer Höhe.

Als markant präsentieren sich bei der Kirschlorbeere ‚Etna‘ ® die Blätter. Diese beeindrucken vor allem durch ihre Oberfläche, die glatt und hochglänzend ist. Die Farbvielfalt dieser Sorte reicht von mittleren Grüntönen bis zu einem saftigen Dunkelgrün. Auffällig ist der neue Austrieb, bei dem sich die Blätter dann in einem leuchtenden Bronzeton zeigen, der im Sonnenlicht dekorativ glänzt. Die nachwachsenden Blätter erscheinen als faszinierende Farbtupfer inmitten des ansonsten grünen Laubs. Ebenso die Form der Blätter zeigen charakteristische Eigenheiten. Diese präsentieren sich als breit elliptische, beinahe ovale Gebilde mit einem gezähntem Rand. Ausgeprägt sind die Blattrippen, die deutlich an der Blattoberfläche zu erkennen sind. Insgesamt erreichen die Blätter der Sorte ‚Etna‘ ® eine Größe von insgesamt 12 Zentimetern. Dabei kann eine Breite von fünf Zentimetern erreicht werden. Die Prunus laurocerasus ‚Etna‘ ® gehört zu den immergrünen Gartenpflanzen. Sie ist frosthart und kann deshalb ohne Probleme im Freien überwintern.

In den Monaten Mai bis Juni entwickeln sich an der Pflanze zahlreiche Blütentrauben, die eine Gesamthöhe von bis zu 20 Zentimeter erreichen können. Die einzelnen Rispen, die durch ihre cremig weiße Farbe auffallen, stehen aufrecht innerhalb des Pflanzenverbandes. Neben den charakteristischen Blüten bildet die Kirschlorbeere dekorative Früchte aus, die bis zum August heranreifen, jedoch nicht genießbar sind. Die kugelförmigen Früchte bilden eine glatte Oberfläche und zeigen eine dunkelviolette Färbung, die sich dekorativ in das Gesamtbild der Pflanze einfügt. Sie sind nicht für den Verzehr geeignet, in wenigen Mengen sogar giftig. Sie verleihen der Pflanze jedoch einen schönen Zierwert.

Lorbeerkirsche Genolia

blickdicht bei schlankem Wuchs
geringe Fruchtbildung
gut winterhart
guter Sichtschutz
schnittverträgliche Sorte

Die besondere Schweizer Züchtung Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche ‚Genolia‘ ® begeistert die Botaniker durch ihre vielen Vorzüge. Auch als Säulenkirschlorbeer bekannt, ist der Kirschlorbeer ‚Genolia‘ ® eine dichte und schmal wachsende Kirschlorbeersorte. Die glatten Blätter sind in ihrer Färbung dunkelgrün, lederartig und schmal. Ein geringer Fruchtansatz und eine gute Schnittverträglichkeit zeichnen (bot.) Prunus laurocerasus ‚Genolia‘ ® aus.

Diese schöne Sorte eignet sich hervorragend für den Einsatz als schmale Hecke ohne großen Schnittaufwand. Diese schöne Pflanze liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf normalem Gartenboden. Bei einer maximalen Wuchshöhe von 250 bis 400 Zentimeter, erreicht sie eine Breite von maximal einem Meter. Jährlich legt sie 30 bis 40 Zentimeter in der Höhe und 10 Zentimeter in der Breite zu. In der Zeit von Mai bis Juni erscheinen die wunderschönen und duftenden Blüten. Die erfreuen den Gärtner und noch viel stärker die Bienen und Hummeln. Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche ‚Genolia‘ ® überzeugt mit vielen tollen charakterlichen Eigenschaften. Bei einem Wachstum auf über drei Meter Höhe, wird sie lediglich einen knappen Meter breit. So einen schlank bleibenden Kirschlorbeer gab es noch nie! Die Sorte ‚Genolia‘ ® ist extrem widerstandsfähig gegen Schnee und gut winterhart. Gewünschte Formen und Höhen sind durch Rückschnitte jederzeit zu halten. Diese winterharte, aus der Schweiz stammende Schönheit, eignet sich einzigartig gut als Heckenpflanze. Mit ihrem schlanken und dichten Wuchs begeistert sie jeden Gärtner. Ganzjährig erfreut der Kirschlorbeer ‚Genolia‘ ® mit einem leuchtenden dunkelgrünen Kleid aus wunderschön glänzenden Blättern. Kontrastreich erscheinen im Frühjahr die traumhaft duftenden Blüten. Sie verströmen ihren betörenden Duft und locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Die kleinen fliegenden Besucher des Gartens erfreuen sich an dem reichhaltigen Nahrungsangebot. Gerne bedienen sie sich an der angebotenen Futterstelle und bedanken sich durch fleißiges Bestäuben.

Die Lorbeerkirsche oder der Kirschlorbeer ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Ursprünglich aus Asien stammend, ist sie dort bis heute weit verbreitet. Sie trägt ihren Namen ‚Kirschlorbeere‘ dank ihrer, den Lorbeeren ähnelnden Blätter und ihren kirschartigen Steinfrüchten. Die vielen verschiedenen Sorten sind als Ziersträucher und Hecken in Gärten und Parks geschätzt und geliebt. Zwischen Mai und Juni ist die Blütezeit der Lorbeerkirsche. In dieser Zeit verzaubert sie mit ihren unzähligen, angenehm duftenden, endständigen und traubigen Blütenständen. Aus den Blüten werden im Herbst schwarze, giftige Beeren. Diese sind eine wichtige Futterquelle für Amseln geworden.

Portugiesische Lorbeerkirsche Angustifolia

wunderschönes, dunkelgrünes Laub
durch schlanke Wuchsform ideal für Hecken geeignet
bevorzugt geschützten, sonnigen Standort
winterhart, absolut schnittverträglich
schöne, duftende Blüten

Die mehrjährige Portugiesische Lorbeerkirsche gehört zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse und trägt den botanischen Namen Prunus lusitanica. Ihre ursprüngliche Heimat findet sie auf den Kanarischen Inseln, den Azoren, dem Spanischen Festland und in Südwestfrankreich. Im Großen und Ganzen fühlt sie sich also in klimatisch warmen Gefilden ausgesprochen wohl, wobei sie in ihrer Heimat vor allem in Kraterschluchten und Wacholderwäldern wächst und sonnige Standorte aufsucht. Heute ist ihre Wildform jedoch beinahe ausgestorben und sie ziert vornehmlich Gärten und Parkanlagen. Auch wenn sie als eine mediterrane Pflanze bezeichnet werden kann, ist sie äußerst frosthart und verträgt locker Temperaturen bis zu -20 °C. Auf der anderen Seite ist sie extrem hitzeverträglich und kommt mit längeren Trockenperioden überaus gut zurecht. Das zeigt, dass dieses Gewächs gern an seine Grenzen geht und sich als Zierpflanze perfekt für den heimischen Garten eignet.

Mit der Zeit erreicht Prunus lusitanica einen Wuchs, der im Durchschnitt in Deutschland zwischen 1,5 und 4 Meter in die Höhe ragt und dabei einen Platz bis zu 2,5 Meter in der Breite einnehmen kann. In ihren Ursprungsländern wächst diese Pflanze sogar oft baumartig und erreicht eine Höhe bis zu 20 m. Dabei kann das Wuchsverhalten als mäßig beschrieben werden. Pro Jahr nimmt das Gewächs zwischen 20 und 35 Zentimeter an Größe zu, je nachdem an welchen Standort es gepflanzt wird und wie häufig es mit einem Rückschnitt versehen wird. Insgesamt wirkt der Wuchs dieser Pflanze buschig, dicht, kompakt und locker aufrecht. Im Alter geht sie eher in die Breite und bildet als Baum gezogen eine malerische Krone aus. Innerhalb kurzer Zeit bildet sie eine dichte Hecke, die einen hervorragenden Sichtschutz bietet.

Aufrechter Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche Herbergii

Selektion mit sehr guter Winterhärte
immergrün, dunkles Blatt, schmal länglich
reiche weiße Blüte in Trauben (stehend) im Mai, schwarze Früchte ab
Spätsommer (giftig bei Verzehr)
Sonne bis Schatten, gerne geschützt vor trockenen Winden
anspruchslos, wurzelt tief, verträgt Wurzeldruck von Bäumen

Lateinischen als Prunus laurocerasus ‚Herbergii‘ bezeichnete Heckenpflanze ist nicht, wie es die deutsche Bezeichnung Kirschlorbeer vermuten lässt, eine Lorbeerart. Aus botanischer Sicht besteht ein enges Verwandtschaftsverhältnis zu Kirsche und Pflaume. Das zeigt auch die veraltete Bezeichnung Lorbeerkirsche. Dieser Begriff wird nur noch in wenigen Regionen Deutschlands für den Kirschlorbeer verwendet. Im Gegensatz zu den Obstbäumen, sind die Früchte des Kirschlorbeers nicht essbar, sind sogar giftig. In der modernen Floristik werden sie allerdings für kreative Blumendekorationen verwendet.

Ursprünglich stammt der Kirschlorbeer aus Kleinasien und der Balkan zählt ebenfalls zu den natürlichen Verbreitungsgebieten. Die ursprüngliche Wildart des Kirschlorbeers ist nicht so frostbeständig wie die im mitteleuropäischen Raum verbreiteten Sorten wie dem ‚Herbergii‘. Diese und andere robuste Sorten entstammen in erster Linie gezielten Kreuzungen. Die robusten Lorbeersträucher in Mitteleuropa, wie dem ‚Herbergii‘ erreichen unbeschnitten etwa vier Meter. Die Wuchshöhe liegt in ihrer ursprünglichen Umgebung teilweise bei bis zu sieben Metern. Der Prunus laurocerasus ‚Herbergii‘ fühlt sich sowohl als Solitär, als auch Heckenpflanze wohl und gedeiht auch in nährstoffärmeren und sonnenlichtarmen Plätzen gut.

An waldreichen, schattigen Standorten sowie im Zusammenspiel mit Bodendeckern, Rhododendron Sträuchern, Azaleen und Nadelhölzern fügt sich der Kirschlorbeer ‚Herbergii‘ harmonisch ins natürliche Grün ein. Seine feingliedrigen, weißen Blüten korrespondieren gut zu Maiglöckchen oder Herzblattlilien. Auch an sonnigen Standorten fühlt der Kirschlorbeer ‚Herbergii‘ wohl, doch Staunässe sollte vermieden werden. Zwar zeichnet sich der Kirschlorbeer ‚Herbergii‘ durch eine hohe Kälteverträglichkeit aus. Für einen umfassenden Schutz bei langen und intensiven Frostperioden empfiehlt es sich jedoch, einen windgeschützten Standort zu wählen.

Grundsätzlich gilt der Prunus laurocerasus ‚Herbergii‘ als pflegeleicht. Bei guter Versorgung wächst er etwa 30 Zentimeter pro Jahr. Der Schnitt der Heckenpflanze ist ebenfalls unkompliziert und lässt viel kreativen Freiraum. Ein ausgiebiges Mulchen des Bodens kann das Gedeihen des Kirschlorbeers ‚Herbergii‘ unterstützten und schützt vor unerwünschten Wildpflanzenwuchs zwischen den einzelnen Sträuchern. Zusätzlich sorgt Mulch in der Wirkung mit sorgfältig geschnittenen Kirschlorbeersträuchern und -hecken für einen gepflegten, optischen Eindruck. Für den Rückschnitt des Kirschlorbeers ‚Herbergii‘ ist es oft besser, die Gartenschere anstelle der Heckenschere zu verwenden. Während eine Heckenschere die Blätter des Kirschlorbeers meist verletzt, führt eine Gartenschere zu ansprechenderen Schnittergebnissen.

Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche Caucasica

kräftiger, straff aufrechter Wuchs, sehr schnittverträglich
immergrün, Blätter glänzend dunkelgrün, recht groß
Blüten erst nach einigen Jahren weiß in aufrechten Trauben (Mai)
schwarzer Fruchtschmuck (giftig bei Verzehr)
winterhart, anspruchslos, pflegeleicht
kräftiges Wurzelsystem, auf Sandböden gerne bis 150 cm tief

Die ‚Caucasica‘ befindet sich mit einer Blattgröße von 14 x 5 Zentimetern unter den Lorbeerkirschensorten mit den größten Blättern. Die Blätter der Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ besitzen eine sortentypisch glänzende Oberfläche, haben eine länglich elliptische Form und einen glatten Blattrand. Hervorzuheben ist die Robustheit des immergrünen Strauchs: Er trotzt Winterfrösten und zeigt sich nicht beleidigt, wenn er als Heckenpflanze geschnitten wird. Er kommt mit schattigen Standorten zurecht und ist kalkverträglich. Je nach klimatischen und Bodenbedingungen wächst der Kaukasische Kirschlorbeer 15 bis 40 Zentimeter pro Jahr.

Die Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ kann sowohl an sonniger als auch an schattiger Stelle im Garten angepflanzt werden. Ideal ist ein halbschattiger Standort. In schwereren, lehmigen Böden fühlt sie sich am wohlsten, nimmt aber zugleich mit größeren Sandanteilen vorlieb. Vorteilhaft ist es, wenn sie nicht zu starkem Wind ausgesetzt ist. Sollten sich an der Pflanzstelle der Kirschlorbeere ‚Caucasica‘ noch geringe Wurzelrückstände anderer Bepflanzungen befinden, stellt das für die ‚Caucasica‘ überhaupt kein Problem dar. Der robuste, kräftig wurzelnde Strauch gilt als ein ausgezeichneter Wurzelbezwinger.

Die Kirschlorbeere ‚Caucasica‘ wird meist in Töpfen oder Containern ausgeliefert. Diese müssen entfernt und anschließend die Wurzelballen reichlich gewässert werden. Noch besser ist es, die Pflanzen für eine halbe Stunde ins Wasser zu stellen. Für die Pflanzung der ‚Caucasica‘ genügt die Auflockerung des Bodens mit dem Spaten. Sollte im Herbst gepflanzt werden, mag es die Kirschlorbeere ‚Caucasica‘, wenn die Pflanzstellen mit Laub oder Mulch abgedeckt werden. Der Pflanzabstand beträgt 50 Zentimeter, da diese wuchsfreudige Kirschlorbeerensorte kräftig auswurzelt. Wenn die ‚Caucasica‘ vor einer Mauer oder einem Zaun gepflanzt wird, genügt ein Abstand von 50 Zentimetern.

Als Solitärpflanze besticht Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ durch seinen schmalen, aufrechten Wuchs. Wer eine Pflanze sucht, die mit ihren immergrünen lorbeerartigen Blättern dem Garten einen mediterranen Einzelakzent verleiht, ist gut damit bedient, die ‚Caucasica‘ als Solitär zu pflanzen. Unbeschnitten erreicht sie an guten Standorten Wuchshöhen von 3 Metern und mehr, ohne ihre Nachbarn zu verdrängen. Bei aller Wuchshöhe bleibt der Kirschlorbeer ‚Caucasica‘ auf eine Wuchsbreite von höchstens 1,5 Metern beschränkt, solange seine Seitentriebe nicht beschnitten werden. Vergleichbar schlank wie eine Zypresse.

Wie bereits erwähnt wurde, gedeiht die Lorbeerkirsche ‚Caucasica‘ fast an jedem Standort, zieht jedoch halbschattige und schattige Wuchsbereiche vor. Starke Windexposition ist zu meiden und es muss darauf geachtet werden, dass die ‚Caucasica‘ nicht allzu trockene Füße bekommt. Sie ist kein Freund von Staunässe aber in langen Trockenperioden, ebenso während der Winterzeit, ist sie dankbar für eine gelegentliche Wässerung. Frostschäden sind genau genommen Trockenschäden, weil der Boden durch den Frost verschlossen ist und die ‚Caucasica‘ durch ihre Wurzeln kein Wasser nachziehen kann.

Für jeden Heckenschnitt gibt es den falschen und den richtigen Zeitpunkt. Für die Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ ist der falsche Zeitpunkt der späte Herbst oder Winter. Trotzdem meinen viele Gartenbesitzer gerade dann das Werkzeug herausholen zu müssen, weil ein Kirschlorbeerstrauch oder eine Kirschlorbeerhecke, die zu diesem Zeitpunkt geschnitten wird, garantiert nicht mehr austreibt und akkurat in Form bleiben wird. An diesem Argument ist etwas dran: Der Gärtner erhält im späten Herbst schöne mauerförmig geschnittene Lorbeerkirschen-Hecken, allerdings mit unschön halbierten Blättern, also mit einer zerstückelt aussehenden Oberfläche.

Vermehrung

Kirschlorbeer kann durch Stecklinge oder Ausaat ganz einfach vermehrt werden. Die Vermehrung durch Stecklinge geht allerdings erheblich schneller. Stecklinge fallen bei dem jährlichen Rückschnitt der Pflanzen im Juni/Juli in großen Mengen an. Verwenden Sie grüne Triebspitzen als Kopfstecklinge oder Basalstecklinge aus vorjährigem Holz als sogenannte Risslinge. Wollen Sie Kirschlorbeer aus Samen ziehen, nehmen Sie im Herbst die Kerne aus den reifen Früchten und lassen diese trocknen. Die Kaltkeimer müssen mehrere Wochen bei etwa vier Grad Celsius quellen. Danach werden Sie bei konstant kühlen Temperaturen in einer Mischung aus Sand und Gartenboden in ein Aussaatgefäß gesetzt. Ein Kühlschrank oder ein ungeheiztes Treppenhaus sind nun die ideale Umgebung. Nach dem Keimen können die Pflanzen an einen ebenfalls kühlen, aber hellen Ort umziehen. Haben die Sämlinge eine Größe von mehreren Zentimetern erreicht, kommen sie in normale Blumenerde und später in eigene, kleine Töpfe. Im Herbst können Sie den Kirschlorbeer dann in den Garten setzen.

Krankheiten und Schädlinge

Kirschlorbeer wird nur von wenigen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen befallen. Relativ häufig ist die sogenannte Schrotschusskrankheit: Ein Pilz namens Stigmina carpophila verursacht vorwiegend auf den jungen Blättern kreisrunde gelbe bis braune Flecken. Das befallene Gewebe trocknet ein und löst sich vom Blatt, sodass mit der Zeit kreisrunde Löcher in den Blättern entstehen. Die Pilzkrankheit lässt sich mit handelsüblichen Fungiziden wie Ortiva Universal Pilz-frei oder Pilzfrei Ectivo gut bekämpfen. Wenden Sie am besten zwei unterschiedliche Präparate im Wechsel an und nehmen Sie drei bis vier Spritzungen im Abstand von je einer Woche vor, sobald die ersten Symptome sichtbar werden. Die durchlöcherten Blätter werden zwar erst mit der Zeit abgestoßen, aber sobald der neue Austrieb gesund bleibt, ist die Krankheit besiegt.



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