Kirschlorbeer Sorten

Vom wilden Kirschlorbeer Prunus laurocerasus ist im Lauf der Zeit durch Selektion und Kreuzung eine große Sortenvielfalt entstanden. Die verschiedenen Züchtungen unterscheiden sich in Wuchshöhe und Habitus deutlich und auch ihr Laub ist sehr variabel – es gibt sehr großblättrige Sorten wie ‘Rotundifolia’, aber auch Züchtungen mit kleinen schmalen Blättern wie ‘Otto Luyken’ oder ‘Zabeliana’. Ein weiterer großer Unterschied besteht in der Winterhärte – die Auslese von Sorten, die auch Kahlfröste ohne nennenswerte Blattschäden überstehen, ist nach wie vor das wichtigste Zuchtziel. Genolia hat einen säulenförmigen Wuchs und wird bis zu vier Meter hoch. Sie gilt im Vergleich zu anderen Sorten als besonders frosthart. Novita wird ebenso hoch, erreicht aber eine Wuchsbreite von bis zu zwei Metern. Die Sorte Hergerbii erreicht dagegen „lediglich“ eine Höhe von 2,5 Metern. Eine besonders schöne Austriebsfärbung zeigt Etna.

Kirschlorbeer Etna

  • blüht nur wenig
  • bildet kräftiges Wurzelsystem
  • gut winterhart und industriefest
  • eignet sich gut für Heckenpflanzung
  • nicht zu hoch wachsend

Kirschlorbeere / Lorbeerkirsche ‚Etna‘ ® gehört zu den üppig wachsenden Sorten der Prunus laurocerasus, die sich durch starke Verzweigungen und einen aufrechten Trieb auszeichnet. Die Wuchsart ist insgesamt kompakt. Eine dichte Belaubung sorgt für die charakteristische blickdichte Krone, die je nach Schnitt unterschiedliche Gestalten annehmen kann. So ist beispielsweise eine nahezu kugelige Wachstumsform möglich aber ebenso Formationen, die einer Halbkugel ähneln (zum Beispiel pilzartige Varianten). Aufgrund der dichten und üppigen Belaubung kann die Pflanze darüber hinaus als Sichtschutzhecke eingesetzt werden. Die Pflanze erreicht durchschnittlich eine Höhe von 1,5 bis 1,7 Meter, kann ungeschnitten sogar noch höher werden. Dabei ist eine mittlere Wachstumsgeschwindigkeit zu verzeichnen. Pro Jahr nimmt die Lorbeerkirsche um 20 bis 30 Zentimeter an Wuchs zu. Bei den Wachstumsbedingungen ist zu berücksichtigen, dass die Kirschlorbeere ‚Etna‘ ® darüber hinaus ein beträchtliches Breitenwachstum annimmt. Häufig erreicht die Pflanze hierbei einen ähnlichen Wert wie bei der Ausdehnung ihrer Höhe.

Als markant präsentieren sich bei der Kirschlorbeere ‚Etna‘ ® die Blätter. Diese beeindrucken vor allem durch ihre Oberfläche, die glatt und hochglänzend ist. Die Farbvielfalt dieser Sorte reicht von mittleren Grüntönen bis zu einem saftigen Dunkelgrün. Auffällig ist der neue Austrieb, bei dem sich die Blätter dann in einem leuchtenden Bronzeton zeigen, der im Sonnenlicht dekorativ glänzt. Die nachwachsenden Blätter erscheinen als faszinierende Farbtupfer inmitten des ansonsten grünen Laubs. Ebenso die Form der Blätter zeigen charakteristische Eigenheiten. Diese präsentieren sich als breit elliptische, beinahe ovale Gebilde mit einem gezähntem Rand. Ausgeprägt sind die Blattrippen, die deutlich an der Blattoberfläche zu erkennen sind. Insgesamt erreichen die Blätter der Sorte ‚Etna‘ ® eine Größe von insgesamt 12 Zentimetern. Dabei kann eine Breite von fünf Zentimetern erreicht werden. Die Prunus laurocerasus ‚Etna‘ ® gehört zu den immergrünen Gartenpflanzen. Sie ist frosthart und kann deshalb ohne Probleme im Freien überwintern.

In den Monaten Mai bis Juni entwickeln sich an der Pflanze zahlreiche Blütentrauben, die eine Gesamthöhe von bis zu 20 Zentimeter erreichen können. Die einzelnen Rispen, die durch ihre cremig weiße Farbe auffallen, stehen aufrecht innerhalb des Pflanzenverbandes. Neben den charakteristischen Blüten bildet die Kirschlorbeere dekorative Früchte aus, die bis zum August heranreifen, jedoch nicht genießbar sind. Die kugelförmigen Früchte bilden eine glatte Oberfläche und zeigen eine dunkelviolette Färbung, die sich dekorativ in das Gesamtbild der Pflanze einfügt. Sie sind nicht für den Verzehr geeignet, in wenigen Mengen sogar giftig. Sie verleihen der Pflanze jedoch einen schönen Zierwert.

Kirschlorbeer Genolia

  • blickdicht bei schlankem Wuchs
  • geringe Fruchtbildung
  • gut winterhart
  • guter Sichtschutz
  • schnittverträgliche Sorte

Die besondere Schweizer Züchtung Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche ‚Genolia‘ ® begeistert die Botaniker durch ihre vielen Vorzüge. Auch als Säulenkirschlorbeer bekannt, ist der Kirschlorbeer ‚Genolia‘ ® eine dichte und schmal wachsende Kirschlorbeersorte. Die glatten Blätter sind in ihrer Färbung dunkelgrün, lederartig und schmal. Ein geringer Fruchtansatz und eine gute Schnittverträglichkeit zeichnen (bot.) Prunus laurocerasus ‚Genolia‘ ® aus.

Diese schöne Sorte eignet sich hervorragend für den Einsatz als schmale Hecke ohne großen Schnittaufwand. Diese schöne Pflanze liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf normalem Gartenboden. Bei einer maximalen Wuchshöhe von 250 bis 400 Zentimeter, erreicht sie eine Breite von maximal einem Meter. Jährlich legt sie 30 bis 40 Zentimeter in der Höhe und 10 Zentimeter in der Breite zu. In der Zeit von Mai bis Juni erscheinen die wunderschönen und duftenden Blüten. Die erfreuen den Gärtner und noch viel stärker die Bienen und Hummeln. Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche ‚Genolia‘ ® überzeugt mit vielen tollen charakterlichen Eigenschaften. Bei einem Wachstum auf über drei Meter Höhe, wird sie lediglich einen knappen Meter breit. So einen schlank bleibenden Kirschlorbeer gab es noch nie! Die Sorte ‚Genolia‘ ® ist extrem widerstandsfähig gegen Schnee und gut winterhart. Gewünschte Formen und Höhen sind durch Rückschnitte jederzeit zu halten. Diese winterharte, aus der Schweiz stammende Schönheit, eignet sich einzigartig gut als Heckenpflanze. Mit ihrem schlanken und dichten Wuchs begeistert sie jeden Gärtner. Ganzjährig erfreut der Kirschlorbeer ‚Genolia‘ ® mit einem leuchtenden dunkelgrünen Kleid aus wunderschön glänzenden Blättern. Kontrastreich erscheinen im Frühjahr die traumhaft duftenden Blüten. Sie verströmen ihren betörenden Duft und locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Die kleinen fliegenden Besucher des Gartens erfreuen sich an dem reichhaltigen Nahrungsangebot. Gerne bedienen sie sich an der angebotenen Futterstelle und bedanken sich durch fleißiges Bestäuben.

Die Lorbeerkirsche oder der Kirschlorbeer ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Ursprünglich aus Asien stammend, ist sie dort bis heute weit verbreitet. Sie trägt ihren Namen ‚Kirschlorbeere‘ dank ihrer, den Lorbeeren ähnelnden Blätter und ihren kirschartigen Steinfrüchten. Die vielen verschiedenen Sorten sind als Ziersträucher und Hecken in Gärten und Parks geschätzt und geliebt. Zwischen Mai und Juni ist die Blütezeit der Lorbeerkirsche. In dieser Zeit verzaubert sie mit ihren unzähligen, angenehm duftenden, endständigen und traubigen Blütenständen. Aus den Blüten werden im Herbst schwarze, giftige Beeren. Diese sind eine wichtige Futterquelle für Amseln geworden.

Portugiesische Lorbeerkirsche Angustifolia

  • wunderschönes, dunkelgrünes Laub
  • durch schlanke Wuchsform ideal für Hecken geeignet
  • bevorzugt geschützten, sonnigen Standort
  • winterhart, absolut schnittverträglich
  • schöne, duftende Blüten

Die mehrjährige Portugiesische Lorbeerkirsche gehört zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse und trägt den botanischen Namen Prunus lusitanica. Ihre ursprüngliche Heimat findet sie auf den Kanarischen Inseln, den Azoren, dem Spanischen Festland und in Südwestfrankreich. Im Großen und Ganzen fühlt sie sich also in klimatisch warmen Gefilden ausgesprochen wohl, wobei sie in ihrer Heimat vor allem in Kraterschluchten und Wacholderwäldern wächst und sonnige Standorte aufsucht. Heute ist ihre Wildform jedoch beinahe ausgestorben und sie ziert vornehmlich Gärten und Parkanlagen. Auch wenn sie als eine mediterrane Pflanze bezeichnet werden kann, ist sie äußerst frosthart und verträgt locker Temperaturen bis zu -20 °C. Auf der anderen Seite ist sie extrem hitzeverträglich und kommt mit längeren Trockenperioden überaus gut zurecht. Das zeigt, dass dieses Gewächs gern an seine Grenzen geht und sich als Zierpflanze perfekt für den heimischen Garten eignet.

Mit der Zeit erreicht Prunus lusitanica einen Wuchs, der im Durchschnitt in Deutschland zwischen 1,5 und 4 Meter in die Höhe ragt und dabei einen Platz bis zu 2,5 Meter in der Breite einnehmen kann. In ihren Ursprungsländern wächst diese Pflanze sogar oft baumartig und erreicht eine Höhe bis zu 20 m. Dabei kann das Wuchsverhalten als mäßig beschrieben werden. Pro Jahr nimmt das Gewächs zwischen 20 und 35 Zentimeter an Größe zu, je nachdem an welchen Standort es gepflanzt wird und wie häufig es mit einem Rückschnitt versehen wird. Insgesamt wirkt der Wuchs dieser Pflanze buschig, dicht, kompakt und locker aufrecht. Im Alter geht sie eher in die Breite und bildet als Baum gezogen eine malerische Krone aus. Innerhalb kurzer Zeit bildet sie eine dichte Hecke, die einen hervorragenden Sichtschutz bietet.

Aufrechter Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche Herbergii

  • Selektion mit sehr guter Winterhärte
  • immergrün, dunkles Blatt, schmal länglich
  • reiche weiße Blüte in Trauben (stehend) im Mai, schwarze Früchte ab Spätsommer (giftig bei Verzehr)
  • Sonne bis Schatten, gerne geschützt vor trockenen Winden
  • anspruchslos, wurzelt tief, verträgt Wurzeldruck von Bäumen

Lateinischen als Prunus laurocerasus ‚Herbergii‘ bezeichnete Heckenpflanze ist nicht, wie es die deutsche Bezeichnung Kirschlorbeer vermuten lässt, eine Lorbeerart. Aus botanischer Sicht besteht ein enges Verwandtschaftsverhältnis zu Kirsche und Pflaume. Das zeigt auch die veraltete Bezeichnung Lorbeerkirsche. Dieser Begriff wird nur noch in wenigen Regionen Deutschlands für den Kirschlorbeer verwendet. Im Gegensatz zu den Obstbäumen, sind die Früchte des Kirschlorbeers nicht essbar, sind sogar giftig. In der modernen Floristik werden sie allerdings für kreative Blumendekorationen verwendet.

Ursprünglich stammt der Kirschlorbeer aus Kleinasien und der Balkan zählt ebenfalls zu den natürlichen Verbreitungsgebieten. Die ursprüngliche Wildart des Kirschlorbeers ist nicht so frostbeständig wie die im mitteleuropäischen Raum verbreiteten Sorten wie dem ‚Herbergii‘. Diese und andere robuste Sorten entstammen in erster Linie gezielten Kreuzungen. Die robusten Lorbeersträucher in Mitteleuropa, wie dem ‚Herbergii‘ erreichen unbeschnitten etwa vier Meter. Die Wuchshöhe liegt in ihrer ursprünglichen Umgebung teilweise bei bis zu sieben Metern. Der Prunus laurocerasus ‚Herbergii‘ fühlt sich sowohl als Solitär, als auch Heckenpflanze wohl und gedeiht auch in nährstoffärmeren und sonnenlichtarmen Plätzen gut.

An waldreichen, schattigen Standorten sowie im Zusammenspiel mit Bodendeckern, Rhododendron Sträuchern, Azaleen und Nadelhölzern fügt sich der Kirschlorbeer ‚Herbergii‘ harmonisch ins natürliche Grün ein. Seine feingliedrigen, weißen Blüten korrespondieren gut zu Maiglöckchen oder Herzblattlilien. Auch an sonnigen Standorten fühlt der Kirschlorbeer ‚Herbergii‘ wohl, doch Staunässe sollte vermieden werden. Zwar zeichnet sich der Kirschlorbeer ‚Herbergii‘ durch eine hohe Kälteverträglichkeit aus. Für einen umfassenden Schutz bei langen und intensiven Frostperioden empfiehlt es sich jedoch, einen windgeschützten Standort zu wählen.

Grundsätzlich gilt der Prunus laurocerasus ‚Herbergii‘ als pflegeleicht. Bei guter Versorgung wächst er etwa 30 Zentimeter pro Jahr. Der Schnitt der Heckenpflanze ist ebenfalls unkompliziert und lässt viel kreativen Freiraum. Ein ausgiebiges Mulchen des Bodens kann das Gedeihen des Kirschlorbeers ‚Herbergii‘ unterstützten und schützt vor unerwünschten Wildpflanzenwuchs zwischen den einzelnen Sträuchern. Zusätzlich sorgt Mulch in der Wirkung mit sorgfältig geschnittenen Kirschlorbeersträuchern und -hecken für einen gepflegten, optischen Eindruck. Für den Rückschnitt des Kirschlorbeers ‚Herbergii‘ ist es oft besser, die Gartenschere anstelle der Heckenschere zu verwenden. Während eine Heckenschere die Blätter des Kirschlorbeers meist verletzt, führt eine Gartenschere zu ansprechenderen Schnittergebnissen.

Kirschlorbeer Caucasica

  • kräftiger, straff aufrechter Wuchs, sehr schnittverträglich
  • immergrün, Blätter glänzend dunkelgrün, recht groß
  • Blüten erst nach einigen Jahren weiß in aufrechten Trauben (Mai)
  • schwarzer Fruchtschmuck (giftig bei Verzehr)
  • winterhart, anspruchslos, pflegeleicht
  • kräftiges Wurzelsystem, auf Sandböden gerne bis 150 cm tief

Die ‚Caucasica‘ befindet sich mit einer Blattgröße von 14 x 5 Zentimetern unter den Lorbeerkirschensorten mit den größten Blättern. Die Blätter der Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ besitzen eine sortentypisch glänzende Oberfläche, haben eine länglich elliptische Form und einen glatten Blattrand. Hervorzuheben ist die Robustheit des immergrünen Strauchs: Er trotzt Winterfrösten und zeigt sich nicht beleidigt, wenn er als Heckenpflanze geschnitten wird. Er kommt mit schattigen Standorten zurecht und ist kalkverträglich. Je nach klimatischen und Bodenbedingungen wächst der Kaukasische Kirschlorbeer 15 bis 40 Zentimeter pro Jahr.

Die Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ kann sowohl an sonniger als auch an schattiger Stelle im Garten angepflanzt werden. Ideal ist ein halbschattiger Standort. In schwereren, lehmigen Böden fühlt sie sich am wohlsten, nimmt aber zugleich mit größeren Sandanteilen vorlieb. Vorteilhaft ist es, wenn sie nicht zu starkem Wind ausgesetzt ist. Sollten sich an der Pflanzstelle der Kirschlorbeere ‚Caucasica‘ noch geringe Wurzelrückstände anderer Bepflanzungen befinden, stellt das für die ‚Caucasica‘ überhaupt kein Problem dar. Der robuste, kräftig wurzelnde Strauch gilt als ein ausgezeichneter Wurzelbezwinger.

Die Kirschlorbeere ‚Caucasica‘ wird meist in Töpfen oder Containern ausgeliefert. Diese müssen entfernt und anschließend die Wurzelballen reichlich gewässert werden. Noch besser ist es, die Pflanzen für eine halbe Stunde ins Wasser zu stellen. Für die Pflanzung der ‚Caucasica‘ genügt die Auflockerung des Bodens mit dem Spaten. Sollte im Herbst gepflanzt werden, mag es die Kirschlorbeere ‚Caucasica‘, wenn die Pflanzstellen mit Laub oder Mulch abgedeckt werden. Der Pflanzabstand beträgt 50 Zentimeter, da diese wuchsfreudige Kirschlorbeerensorte kräftig auswurzelt. Wenn die ‚Caucasica‘ vor einer Mauer oder einem Zaun gepflanzt wird, genügt ein Abstand von 50 Zentimetern.

Als Solitärpflanze besticht Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ durch seinen schmalen, aufrechten Wuchs. Wer eine Pflanze sucht, die mit ihren immergrünen lorbeerartigen Blättern dem Garten einen mediterranen Einzelakzent verleiht, ist gut damit bedient, die ‚Caucasica‘ als Solitär zu pflanzen. Unbeschnitten erreicht sie an guten Standorten Wuchshöhen von 3 Metern und mehr, ohne ihre Nachbarn zu verdrängen. Bei aller Wuchshöhe bleibt der Kirschlorbeer ‚Caucasica‘ auf eine Wuchsbreite von höchstens 1,5 Metern beschränkt, solange seine Seitentriebe nicht beschnitten werden. Vergleichbar schlank wie eine Zypresse.

Wie bereits erwähnt wurde, gedeiht die Lorbeerkirsche ‚Caucasica‘ fast an jedem Standort, zieht jedoch halbschattige und schattige Wuchsbereiche vor. Starke Windexposition ist zu meiden und es muss darauf geachtet werden, dass die ‚Caucasica‘ nicht allzu trockene Füße bekommt. Sie ist kein Freund von Staunässe aber in langen Trockenperioden, ebenso während der Winterzeit, ist sie dankbar für eine gelegentliche Wässerung. Frostschäden sind genau genommen Trockenschäden, weil der Boden durch den Frost verschlossen ist und die ‚Caucasica‘ durch ihre Wurzeln kein Wasser nachziehen kann.

Für jeden Heckenschnitt gibt es den falschen und den richtigen Zeitpunkt. Für die Prunus laurocerasus ‚Caucasica‘ ist der falsche Zeitpunkt der späte Herbst oder Winter. Trotzdem meinen viele Gartenbesitzer gerade dann das Werkzeug herausholen zu müssen, weil ein Kirschlorbeerstrauch oder eine Kirschlorbeerhecke, die zu diesem Zeitpunkt geschnitten wird, garantiert nicht mehr austreibt und akkurat in Form bleiben wird. An diesem Argument ist etwas dran: Der Gärtner erhält im späten Herbst schöne mauerförmig geschnittene Lorbeerkirschen-Hecken, allerdings mit unschön halbierten Blättern, also mit einer zerstückelt aussehenden Oberfläche.

Kirschlorbeer Rotundifolia

Das ganze Jahr über ist diese Kirschlorbeere ein immergrünes Gewächs, auf das Gärtner zählen können. Ihr großes Laub macht sie zu einer Besonderheit, denn damit schafft sie in ihrem aufrechten Wuchs eine blickdichte Mauer, die zugleich starken Wind fernhält. Weiterhin sind ihre Blätter heller als die von allen anderen Lorbeerkirschen und setzen damit lichtvolle Akzente in sonst dunkle Bereiche. Im Winter bilden die frisch-grünen Blätter eine willkommene Abwechslung zur sonst sehr tristen und sich scheinbar im Winterschlaf befindenden Natur. Aufgrund dieser Optik und darüber hinaus auch wegen ihrer überzeugenden Eigenschaften stellt die Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ einen beliebten Klassiker unter den Heckenpflanzen dar.

Eine bemerkenswerte Vertreterin der Rosengewächse

Die Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘, die unter der botanischen Bezeichnung Prunus laurocerasus ‚Rotundifolia‘ bekannt ist, zählt zur Familie der Rosengewächse. Diese für wärmere Gegenden äußerst gut geeignete und kräftige Züchtung entstand bereits im Jahre 1865 in Frankreich. Heute ist sie weltweit in Parkanlagen und Gärten vertreten und gilt dabei als äußerst begehrt. Den Grund hierfür liefert der dichte und kompakte rasche Wuchs, der mit den großen Blättern eine natürliche Mauer, durch die neugierige Blicke und Tiere nicht leicht dringen können, schafft. Diese ist das ganze Jahr über in Takt, da das Gewächs zu den immergrünen Pflanzen zählt. Im Gegensatz zu vielen anderen Hecken müssen Gärtner bei der Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ nicht lange warten, bis sie diesen blickdichten Schutzwall gebildet hat. Aufgrund ihres schnellen Wuchses geschieht das rasch. Daher stellt sie ebenso eine gut geeignete und optisch bemerkenswerte Alternative zum Lebensbaum dar.

Ehrgeizig erarbeitet sie sich ihr Territorium

Mit ihrer Wuchsfreude, die wirklich Vorzeigecharakter besitzt, besticht diese Hecke auf einfache Art und Weise. Viele andere Heckenpflanzen wachsen bedeutend langsamer als dieses Exemplar. Ihr Wuchsverhalten kann als starkwüchsig und kräftig bezeichnet werden. Die Hecke wird ungeschnitten später ungefähr so breit wie hoch. Sie ragt anfangs straff aufrecht in die Höhe und bildet eine geschlossene Strauchform aus. Wird sie als Steckling gepflanzt, so dauert es ungefähr 4 bis 5 Jahre, bis sie eine Größe von 1 bis 2 Meter angenommen hat. Nach mehreren Jahren kann sie sich schlussendlich eine Höhe von bis zu 4 Metern erkämpfen. Als geschnittene Hecke erreicht sie dann eine Breite von etwa 2 Metern. Mit dieser Größe bietet sie einen wertvollen Sichtschutz. Ebenso als Lärmschutz kann sie durch ihren dichten Wuchs dienen. Insgesamt wirkt die Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ ausgesprochen elegant und stilvoll, besonders deshalb, weil ihre Triebe und Blätter eine gute Gesundheit aufweisen.

Kirschlorbeer ‚Rotundifolia‘ ist ein Tiefwurzler, dessen Wurzeln die Erde bis sie tief ins Erdreich vorgedringen, um sich dort auf die Suche nach Nährstoffen und Wasser zu begeben. Durch diese Eigenschaft eignet sie sich ideal, um zusammen mit Bodendeckern gepflanzt zu werden. Durch die vielzähligen, langen Wurzeln ist die Wasserversorgung auch bei längerer Trockenheit meist ohne Blattschäden möglich. Im Austrieb weisen die Triebe eine grüne Farbe auf und später verfärben sie sich in ein Grau. Die Rinde ist sowohl im Jungstadium als auch im Alter der Pflanze glatt.

Aus den jungen Trieben und auch älteren Zweigen gehen viele kleine Knospen hervor. Wenn sie sich öffnen, offenbaren sie ihr Inneres, große grasgrüne Blätter. Die Blätter sind im Gegensatz zu den Blättern anderer Lorbeerkirschen viel größer. Sie werden bis zu 15 Zentimeter lang und bis zu 7 Zentimeter breit. Ihre Form kann als verkehrt eiförmig, länglich bis oval beschrieben werden. Sie sind außerdem ganzrandig, glatt, besitzen eine ausgeprägte Blattrippe und geben einen feinen Glanz von ihrer Oberfläche an ihr Umfeld ab. Von ihrer Struktur her sind sie fest, lederartig und derb, wodurch sie eine gute Stabilität aufweisen und nicht so schnell beschädigt werden können. Das ganze Jahr wirken die Blätter mit ihrer frischen Farbe so, als seien sie gerade eben frisch ausgetrieben. Selbst im Winter sind sie nicht von ihrem Willen abzubringen, stets in einem frischen Grün zu strahlen, da das Gewächs immergrün ist und ihm selbst Schnee noch eine besondere Note verleiht.

Wenn weiße Kerzen zu leuchten beginnen

Diese Heckenpflanze zeigt sich zwar immer in einer grasgrünen Farbe, doch im späten Frühjahr bis Frühsommer wird das Grün von einem Weiß geziert. Etwa ab Mai beginnt für die Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ die Blütezeit. Dann bilden sich viele traubenförmige Blütenstände heraus. Diese sind bis zu 20 cm lang und stehen stolz aufrecht. An den Trauben befinden sich zahlreiche kleine Einzelblüten. Sie besitzen eine strahlend weiße Farbe und sind in ihrem Blüteninneren in ein zartes Rosa getaucht. Ihre Staubgefäße ragen steil aus ihnen heraus. Dieses Bild wirkt wirklich berauschend, denn zum einen erinnern die Blütenstände an weiße, leuchtende Kerzen, deren Licht über Wochen nicht ausgeht und zum anderen sehen die vielen Einzelblüten mit ihren langen Staubgefäßen aus wie eine Vielzahl an Sternschnuppen. Diese Blütenfülle kann bis in den Juni hinein bewundert werden, denn dann neigt sich die Blütezeit dem Ende zu.

Wenn die Insekten fleißig waren, dann bilden sich Ende Juni langsam die Früchte der Pflanze heraus. Sie schmücken die Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ vom Spätsommer bis in den Herbst hinein. Ihr Antlitz ist als rundlich bis kegelförmig zu definieren. Jede einzelne Frucht wird etwa 1 Zentimeter lang. Zu Beginn sind die kleinen Früchte, die wie Beeren wirken, grün. Dann verwandelt sich die Farbe in ein Gelb, Orange, Rot, um schließlich in der Reife der Früchte mit einem Violettschwarz zu überzeugen. Diese dunklen Beeren sind typisch für den Kirschlorbeer. Auch wenn sie sehr attraktiv wirken, sollten sie nicht vom Menschen verzehrt werden. Stattdessen können die vielen Früchte als Nahrung für Vögel und Mäuse dienen oder als Dekoration im Herbst.

Die Lorbeerkirsche – eine genügsame Gefährtin

Da diese Lorbeerkirsche einen stark ausgeprägten bescheidenen Charakterzug besitzt, fällt die Wahl des Standortes auch nicht besonders schwer. Sie ist sehr anspruchslos. Ideal kommt ihr aber ein halbschattiger Standort zugute. Sie kommt darüber hinaus auch mit einem sonnigen und schattigen Standort zurecht. Wenn sie in kälteren Gegenden gepflanzt wird, ist es empfehlenswert, einen geschützten Standort zu wählen. Dieser sollte sie vor der Wintersonne als auch vor austrocknenden Winden bewahren. Mögliche Frostschäden können somit verhindert werden.

Doch für welche Bereiche kann dieses Schmuckstück verwendet werden? Diese Lorbeerkirsche kann als Tiefwurzler zusammen mit Bodendeckern zum Beispiel auf Friedhöfen gepflanzt werden. Sie fügt sich außerdem gut unter Nadelgehölzen ein und eignet sich auch zur Unterpflanzung hoher Bäume, die einen unattraktiven Stamm besitzen. Des Weiteren kann dieser Kirschlorbeer im Garten als Solitärgehölz genutzt werden, als Hecke zur Abgrenzung von Gartenbereichen herangezogen werden oder in Gruppen kleine Partien des Gartens als lauschiges Plätzchen bilden. Die häufigste Verwendung ist sicherlich als Sichtschutz um das Gartengrundstück herum. Beeindruckend wirkt Prunus laurocerasus ‚Rotundifolia‘, wenn im Vordergrund Stauden mit roten Blüten stehen. Rote Farben wirken sehr aufregend, wenn im Hintergrund das frischgrüne Laubkleid der Lorbeerkirsche glänzt, denn Rot und Grün bilden einen perfekten Kontrast zueinander.

Bei der Pflanzung dieser Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ sollte neben der Lage im Bezug auf die Sonne auch auf einen entsprechenden Boden geachtet werden. Die Bodenqualität entscheidet darüber, wie gesund diese Pflanze am Ende ist. Ideal eignet sich für sie ein leichter Sandboden bis normaler Gartenboden. Die Erde sollte mäßig feucht sein. Trockenheit kann die Hecke eine kurze Zeit äußerst gut tolerieren. Staunässe verträgt sie hingegen nicht, weshalb es ratsam ist, einen lockeren und durchlässigen Boden zu wählen. Ist die Erde zusätzlich nährstoffreich, humos und sauer bis alkalisch, so kann sie gar nicht anders, als einen kräftigen und gesunden Wuchs auszubilden.

Von Samen, Stecklingen und tiefliegenden Ästen…

Wer sich an der Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ nicht sattsehen kann, hat die Möglichkeit, sie zu vermehren. Die Vermehrung kann über ihre Samen erfolgen. Dieser Vorgang gestaltet sich allerdings meist als langwierig, zudem fallen die Pflanzen dann meist nicht einheitlich aus. Aus dem Grund ist es ratsam, die Hecke lieber mit Stecklingen zu vermehren. Die abgeschnittenen Triebe einer vitalen Mutterpflanze werden dazu in die Erde gesteckt und mit Erde bedeckt und in den ersten Wochen feucht gehalten. Sie können auch in Töpfen vorgezogen werden. Wenn sie gut bewurzelt sind, können sie schließlich ins Freiland ausgepflanzt werden. Werden sie in Gruppen oder als Hecke gepflanzt, so empfiehlt es sich, auf einen Abstand von 50 Zentimetern zwischen den einzelnen Exemplaren zu achten. Eine weitere Möglichkeit der Vermehrung stellt die Vermehrung über Absenker dar. Mit der Zeit bildet die Hecke Äste aus, die bis zum Boden überhängen oder sehr tief liegen. Diese können bewurzeln, woraus sich dann neue Exemplare der Pflanze bilden.

Ein Fremdwort für diese Pflanze: Pflegeaufwand

Während viele andere Hecken regelmäßig gestutzt, gegossen, gedüngt und gepflegt werden müssen, bringt die Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ kaum Pflegeaufwand mit sich. Sie muss so gut wie nie gegossen werden. Das Gießen wird erst notwendig, wenn die Oberfläche ausgetrocknet ist oder es lange Zeit im Sommer nicht geregnet hat. Die Feuchtigkeit saugen ihre Wurzeln aus dem tiefen Erdreich in Trockenperioden noch an die Oberfläche. Staunässe sollte generell verhindert werden, um eventuelle Pilzkrankheiten vorzubeugen. Düngen ist nicht notwendig. Mulchen ist hingegen empfehlenswert.

Da sich diese Hecke durch einen raschen und kräftigen Wuchs auszeichnet, ist es außerdem ratsam, sie ab und an mit einem Formschnitt zu versehen. Dabei gilt es zu beachten: Je häufiger sie geschnitten wird, desto seltener zeigt sich die Blütenpracht im späten Frühjahr. Möchte man die Blüte jedoch in ihrer vollen Schönheit genießen aber möglichst auf Frucht verzichten, so fällt der Schnitt auf Ende Juni. Wird sie im Herbst geschnitten, so treibt sie im Frühjahr wieder üppig aus. Selbst wenn es im Winter zu Schäden an der Pflanze durch Frost und Wintersonne kommen sollte, treibt die Lorbeerkirsche ‚Rotundifolia‘ im darauffolgendem Frühjahr wieder zuverlässig aus. Der Rückschnitt sollte vorzugsweise mit einer Rosenschere vorgenommen werden, um zu verhindern, dass die Blätter zerstört werden. Mit einer Heckenschere sollte sie nur geschnitten werden, wenn sie schon äußerst groß ist und der Rückschnitt mit einer Rosenschere zu viel Aufwand mit sich bringt.

Um einen Sichtschutz oder eine natürliche Grundstücksbegrenzung zu erhalten oder mit einer dekorativen und immergrünen Solitärpflanze Aufmerksamkeit zu erregen, bietet sich Kirschlorbeer ‚Rotundifolia‘ ausgesprochen gut an. Er zeichnet sich durch seinen raschen und dicht verzweigen Wuchs aus, besticht mit seinen großen und glänzenden Blättern, seinen weiß leuchtenden Blütenkerzen und seinem violettschwarzen Fruchtschmuck. Doch nicht nur optisch ist sie ein Schmuckstück. Mit sehr wenig Pflegeaufwand kann sie über viele Jahre hinweg gesund gehalten werden.



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